Die Mister-Miller-Geschichte

Mister Miller war Top-Verkäufer in einem umsatzstarken IT-Unternehmen. Eine entscheidende Messe stand an und dem Chef war es sehr wichtig seine besten Verkäufer dort einzusetzen. Auch Mister Miller wurde gefragt und sagte: „Tut mir leid, ich kann nicht". Der Chef war kurz sprachlos und redete dann auf Mister Miller ein. „Das geht nicht, sie wissen genau wie wichtig diese Messe für uns ist. Sie sind unser bester Mann. Sie müssen dabei sein". Mister Miller schüttelte den Kopf und erklärte engagiert aber stur, dass er einen Urlaub mit seiner Frau gebucht habe. Das Reiseziel war schon sehr lange geplant und bereits bezahlt. Er hatte es seiner Frau fest versprochen und da ließe sich nichts mehr machen. Der Chef überlegte kurz und bot ihm an, die Kosten für den Urlaub zu übernehmen und ihm eine Woche Extra-Urlaub zu gewähren, wenn er bereit wäre zu verschieben. Mister Miller dachte kurz nach und sagte „nein". Im allerletzten Versuch appellierte der Chef an das  Verantwortungsbewusstsein seines Top-Mitarbeiters und bat eindringlich um Unterstützung. Es war zwecklos. Mister Miller beharrte auf seinem Urlaub.

 

Also musste diese Messe ohne Mister Miller stattfinden. Ein Alternativplan wurde entwickelt. Der Chef setzte für die Messedurchführung einen noch jungen aufstrebenden Mitarbeiter ein, der seine Sache ausgesprochen gut machte. Er wuchs über sich hinaus und kam ausgezeichnet bei den Messebesuchern an. Mitten im größten Messetrubel stand plötzlich und unerwartet Mister Miller am Messestand. Er hätte es sich überlegt, den Urlaub abgebrochen und ist alleine wieder zurückgeflogen. Er wollte nun doch dabei sein, weil man ihn ja wohl brauchen würde. Die Reaktionen seines Chefs und seiner Kollegen waren wenig erfreut. Im Gegenteil: Jeder war sauer auf ihn. Sie ließen Mister Miller links liegen und machten ihren Job.

 

Der ehrgeizige Verkäufer aus dem Mittelfeld nutzte seine riesen Chance und  katapultierte sich im Nachgang an die Vertriebsspitze. Mister Miller hat es nie wieder ganz nach vorne geschafft. Den guten Status als „bester Mitarbeiter", den er ehemals beim Chef hatte, war nach dieser Aktion komplett dahin. Er hat das Unternehmen verlassen. Hätte er seine Entscheidung konsequent durchgezogen, wäre der Vorfall irgendwann vergessen worden. Sein Zick-Zack-Kurs hinterließ einen üblen Nachgeschmack. An der Nase herumgeführt werden will schließlich niemand.