Motivation und Ziele

Der Begriff Motivation kommt aus dem lateinischen (motus) und bedeutet „Bewegung“. Und Bewegung und Aktivität ist die Basis uns zu verhalten. Weiterhin kann man behaupten, dass Motivation einen Menschen antreibt aus einem inneren Bedürfnis heraus das Beste zu geben. Der höchste Motivationsgrad wird erzielt, wenn Menschen einen Sinn in ihrem Tun sehen und Verantwortung übernehmen.

Motivation ist also eine Anschubenergie, um etwas in Bewegung zu setzen. Dabei entstehen Gefühle von Begeisterung und Freude. Es ist der Reiz etwas Neues, Besonderes voranzutreiben. In den meisten Fällen erlischt die Motivation jedoch nach drei Tagen, wenn nicht ein Ziel dahinter steht, verbunden mit Sinnhaftigkeit und einer Vision. Nur ein persönlich, erstrebenswertes Ziel treibt uns dazu an, auch Phasen der Enttäuschung, Stagnation und Wiederholung durchzustehen und dran zu bleiben.

Daher lohnt sich noch einen Blick auf das „Motiv“, den Beweggrund einer Handlung zu werfen. Selten treibt den Menschen nur ein Grund an. Meist ist es eine Vielzahl von Motiven, die das menschliche Verhalten beeinflussen. Das Aufspüren von eigenen Motiven ist gar nicht so einfach, da viele Grundmotive recht starr und tief verborgen in uns liegen und wir uns rein unbewusst nach ihnen richten.

Allein die Ergebnisse sind sichtbar. Sie zeigen sich im schlechtesten Fall in Form von Misserfolg oder Disfunktionalität. Die Begründungen und damit die Motive liegen lange im Verborgenen. Ein guter Hinweis, sich die eigene Motivlage anzuschauen sind Probleme, die immer wieder in ähnlicher Konstellation auftauchen.

Hier hilft eine entscheidende Frage: Was hat das Thema mit mir zu tun? Und damit die Rückbesinnung auf die eigenen Anteile, das eigene Zutun. Da dieser Schritt meist mit „Schmerzen“ verbunden ist, warten wir damit so lange, bis es keinen anderen Ausweg mehr gibt, wir mit dem Rücken zur Wand stehen, vor dem Konkurs, der Kündigung, der Scheidung, den Scherben unseres Lebens.

Beate ist zum Beispiel so eine Frau, die mit viel Energie ihr Geschäft aufbaut und kreative Lösungen entwickelt. Kurz vor dem Erfolg stellt sie alles in Frage, reißt die neuen Projekte und Strukturen wieder ein und bringt sie zum Absturz. Dieses Verhalten wiederholt sich seit Jahren und nur mit sehr viel Überlebenswille hat sie den Konkurs immer wieder verhindert. Ein Motiv für dieses Verhalten hat sich erst nach langer Zeit herauskristallisiert. Es ist der tiefverwurzelte Glaubenssatz: „Ich darf keinen Erfolg haben. Ich darf nicht besser sein als andere“.

Angeregt durch Mitarbeiter und Kollegen startet sie immer bis zu einem gewissen Punkt durch. Dann zerstört sie mit der gleichen Energie, mit der sie Dinge vorantreibt und erschafft, die geleistete Aufbauarbeit. Und kommt zum Ausgangspunkt zurück. Damit ist wirtschaftliches Wachstum, Mitarbeiterbindung und ein gutes Betriebsklima unmöglich. Erst die persönliche und wirtschaftliche Ausweglosigkeit hat sie dazu bewogen, sich mit den eigenen Anteilen auseinander zu setzen und sukzessive ihr eigenes Verhalten zu ändern.

Ich stimme Reinhard Sprengers These aus dem Buch „Mythos Motivation“ zu, der sagt, das die Motivation anderer nicht möglich sei. Vor allem, wenn der Motivator Bedürfnisbefriedigung verspricht, die den Motiven des Einzelnen nicht entsprechen. Das ist so, wie wenn Sie im Fußballstadion sitzen und echter Handballfan sind. Es ist zwar auch ein Ballspiel, aber eben ganz anders.

Kompliziert wird die Bedürfnisbefriedigung, wenn Sie Ihre eigenen, oft unbewussten Bedürfnisse nicht kennen. Daher überraschen wir uns manchmal selbst. Wir tun Dinge, die uns selber irritieren und verwundern. Offenen Auges sehen wir die Gefahr und laufen zielstrebig darauf zu – statt mit einem eleganten Schlenker auszuweichen.

Mein Tipp dazu: Machen Sie einen Realitäts-Check – am besten täglich und mehrmals in den unterschiedlichsten Situationen.

Halten Sie inne und fragen Sie sich:

  1. Was denke ich?
  2. Was tue ich?
  3. Was sollte ich tun – damit das, was ich vorhabe funktioniert?